Die Umsiedlung der Gottscheer

Die Umsiedlung  der Gottscheer


Die nationalen Gegensätze zwischen den beiden Volksgruppen Slowenen und Gottscheern wurden immer größer. Die Verzweiflung, dem völkischen Untergang entgegensehen zu müssen und die Aussichtslosigkeit stärkten immer mehr die Hoffnung, von Deutschland Unterstützung und Hilfe zu erlangen, doch der 2. Weltkrieg änderte die Sachlage entscheidend. Deutschland und Italien teilten Europa in ihre Einflusssphäre auf. Bei der Aufteilung Jugoslawiens fiel mit der Provinz Laibach auch Gottschee an Italien.

Am 23. April 1941 marschierten italienische Truppen in Gottschee ein. Vergeblich waren die Versuche der Volksgruppenführung Hitler und den Reichsführer SS, Himmler, umzustimmen, das Gottscheer Land an das Deutsche Reich, dessen Grenze ja nur 35 km entfernt war, anzuschließen. Es passte in die NS-Planungen des "Dritten Reiches", dass die im italienischen Herrschaftsbereich gelegenen Bewohner der deutschen Sprachinsel Gottschee in das "Ranner Dreieck", der damaligen Untersteiermark, umgesiedelt wurden.

 

Die etwa 12.000 Gottscheer waren nur unter massiven Propagandaeinsatz und unter Androhung einer Aussiedlung nach Sizilien oder gar nach Abessinien zur Umsiedlung zu bewegen, wo sie sich an der Südostgrenze des Deutschen Reiches zu bewähren hätten (Himmler bei einer Vorsprache einer Gottscheer Delegation am 20. April 1941 in Bruck/Mur). 380 Gottscheer verblieben in ihrer angestammten Heimat, 11.174 kamen in die Untersteiermark, 571 kamen als politisch unzuverlässig in das Altreich, 66 Optanten wurden abgelehnt. Der erste Gottscheer Transport ging am 14. November 1941 in das "Ranner Dreieck" ab. Anfang 1942 war die Umsiedlung abgeschlossen. Die Gottscheer erhielten für 860 km in der Heimat 500 km2 neuen Bodens in der Untersteiermark.

Die Bedenken der Gottscheer, in ein fremdes Land zu kommen, unschuldigen Menschen Haus und Hof wegzunehmen, wurde mit Beruhigungspropaganda abgetan. Den über das Schicksal der ursprünglich ansässigen Slowenen besorgten Gottscheer wird versichert, dass für die ehemaligen Bewohner in angemessener Weise gesorgt sei. Später erst sollten die Gottscheer manchmal über das wahre Schicksal der Ausgesiedelten erfahren, denn diese wurden hauptsächlich in Lagern untergebracht.