Verkehrswege der Gottschee Teil 1
Text: Gottscheer Kalender der Gottscheer Gedenkstätte Graz - Mariatrost
Eine wichtige Verbindung zur Außenwelt stellte die Bahnlinie Laibach–Gottschee dar. Leider handelte es sich nur um eine Stichlinie, die in der Stadt Gottschee endete. Dadurch gab es auf Gottscheer Boden lediglich zwei Bahnhöfe: Einen in Mitterdorf und einen in der Stadt Gottschee.
Diese beiden Orte waren dadurch verkehrstechnisch begünstigt. Der Warentransport wurde erleichtert, und für die Bewohner von Mitterdorf ergab sich zusätzlich der große Vorteil, dass das Zentrum des Gottscheer Landes näher rückte. Produkte konnten einfacher in die Stadt gebracht werden, und Kinder hatten die Möglichkeit, das Gymnasium oder die Bürgerschule in Gottschee zu besuchen, ohne auf eine Unterkunft in der Stadt angewiesen zu sein.
Die Bahnlinie wurde 1893 als Unterkrainer Bahn eröffnet. Eine geplante Fortsetzung über Mösel nach Tschernembl blieb jedoch unausgeführt und beschränkte sich auf Planungen und Hoffnungen.
Auch das Straßennetz durchzog das Land überwiegend in Nordwest-Südost-Richtung. Die Hauptverbindung führte über das Schweinebergl durch das Oberland in die Stadt Gottschee. Bei Lienfeld befand sich eine wichtige Kreuzung: Eine Straße verband Gottschee mit Fiume – über den Stalzer Berg, Stalzern und Mrauen zur Kulpa bei Brod und weiter über Delnice nach Fiume.
Die zweite Verbindung führte über Mösel, Reintal und Graflinden nach Tschernembl in Weißkrain.
Eine Nebenlinie zweigte bereits bei Niederdorf (Gemeinde Reifnitz) ab und führte über Masern, Göttenitz und Rieg durch das Hinterland in Nord-Süd-Richtung. Diese Verbindung hatte jedoch hauptsächlich lokale Bedeutung. Eine Durchfahrt war bis in die 1990er Jahre nicht möglich, da das gesamte Hinterland Sperrgebiet war.
Verkehrswege der Gottschee Teil 2
Text: Gottscheer Kalender der Gottscheer Gedenkstätte Graz - Mariatrost
Für die Pfarren Pöllandl und Tschermoschnitz mit ihren Ortschaften war hingegen die Straße von Rudolfswerth (Novo Mesto) über die Mosche nach Tschernembl (Črnomelj) von großer Bedeutung. Sie bildete die wirtschaftliche Lebensader dieses Gebietes, verband es jedoch nicht mit dem Zentrum Gottschee. Nur über Waldwege durch den Hornwald konnte man die Stadt erreichen.
Die politischen Verwaltungszentren lagen daher in Rudolfswerth und Tschernembl. Der Weg entlang des Nordrandes des Hornwaldes über Langenton und Altlag bedeutete ebenso einen großen Umweg wie jener über Stockendorf und Nesseltal. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich die Mundart dieser Region deutlich vom
Gottscheer Hauptgebiet unterschied und vermehrt slawische Lehnwörter aufwies.
War die Verbindung aus dem Moschner Land zum Zentrum bereits schwierig, so stellte das Göttenitzer Bergland für die Bewohner des Suchener Hochtals eine noch größere Barriere dar. Die Zufahrt in dieses Hochtal führte über Sodraschitz und erreichte eine Höhe von etwa 1000 Metern. Das Hochtal selbst liegt auf 700 bis 800 Metern Seehöhe und erstreckt sich landschaftlich eindrucksvoll.
Die Straße führte weiter nach Tschaber ins Tschabrankatal und von dort südwärts zur Kulpa. Zwar existierte ein Weg nach Göttenitz, doch wurde er selten genutzt und hatte keine größere wirtschaftliche Bedeutung.