Das Oberland Teil 1

Text: Gottscheer Kalender der Gottscheer Gedenkstätte Graz - Mariatrost

Der Querrücken des Schweinebergs bildet die nördliche Grenze von Gottschee und dem Gottscheer Oberland. Hier stand bis zum Jahre 1918 ein Grenzstein mit der Inschrift "Grenze des Herzogtums Gottschee". Die ersten Siedlungen auf der Fahrt nach Süden sind die drei Loschiner Dörfer Ober-, Unter- und Neuloschin. Die fruchtbaren Felder und Wiesen dieser Ortschaften waren im Frühjahr oft Überschwemmungen ausgesetzt. Große Ernteschäden waren die Folge.

Nach diesen Dörfern öffnet sich das Tal zum wohl fruchtbarsten Gebiet im ganzen Gottscheerland: Mitterdorf mit seiner Umgebung. Karstland ist hier kaum feststellbar, denn auch das Quellgebiet der Rinse, dem größten Fluss in Gottschee, befindet sich im Oberland. Diese entspringt bei Mooswald in einem Loch. In den Hasenfelder und Lienfelder Löchern verschwindet sie wieder, fließt unterirdisch weiter, um bei Wilpen in die Kulpa zu münden. In der regnerischen Zeit konnte durch die Rinse in Windischdorf und in Rain je eine Mühle betrieben werden. Die größten Orte im Oberland waren Windischdorf und Koflern.

Schmuckstück dieser Region war aber der Hauptort Mitterdorf, früher Altkircher genannt. Viele Söhne dieser Gegend brachten es zu  hohen Ehren. Der Kärntner Maler und Bildhauer Suitbert Lobisser verleugnete nie seine Mitterdorfer  Abstammung.
Das Dorf mit seinen schmucken Häusern war um einen Dorfplatz angelegt. Die Pfarrkirche, Maria Himmelfahrt geweiht, wurde im Jahre 1853 erbaut. Die hintere Wand des Presbyteriums nimmt ein Wandgemälde der Himmelfahrt Mariens ein. Dieses wurde in hellen Farben in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts von Domenico Fabris aus Osoppo in der Friaul gemalt. Über dem Wandgemälde, unter den Fenstern und bei den Kreuzwegstationen sind auch heute noch die deutschen Inschriften. Die kleine Glocke aus dem 16. Jh. ist eine der ältesten Glocken in Gottschee. Nicht weit von Mitterdorf liegt auf einer Anhöhe das Dorf Obrern.

Von hier kann man einen schönen Blick auf das gesamte Oberland und die dieses Tal umschließenden Berge, wie den Friedrichsteiner Wald mit Windischdorfer Nock, Burger Nock und Lienfelder Nock, den Schweineberg und den Kofler Nock, werfen.

Das Oberland Teil 2

Text: Gottscheer Kalender der Gotscheer Gedenkstätte Graz - Mariatrost

Nach der großen Verwaltungsreform 1933
in Slowenien wurden die Gemeinden Lienfeld, Mitterdorf und Seele zur Großgemeinde Gottschee Umgebung zusammengelegt.

Besonders zu erwähnen ist auch die Filialkirche Maria Magdalena in Klindorf. Die Kirche hat nur ein Kirchenschiff mit gerader bemalter Holzdecke, das durch einen Triumphbogen in ein engeres Presbyterium mit dreiseitigem Abschluss übergeht.
Die Decke datiert um das Jahr 1660.

Daraus ist zu ersehen, dass die Orte in unmittelbarer Nähe der Stadt Gottschee stark gewachsen sind, die zerstörten Dörfer hingegen nicht wieder aufgebaut werden.

Die Großgemeinde Gottschee Umgebung umfasste die nachfolgenden Orte (Seehöhe, Hausnummern im Jahr 1926, Häuser im Jahr 1992):
Lienfeld (Livold), 459 m, 67 (108) - Grafenfeld (Dolga vas), 460 m, 86 (197) - Malgern (Mala gora), 477 m, 57 (2) - Mitterdorf (Stara cerkev), 480 m, 46 (73) - Windischdorf (Slovenska vas), 472 m, 61 (72) - Koflern (Koflerji), 472 m, 53 (69) – Kerndorf  (Mlaka), 478 m, 46 (53) - Obrern, (Gorenje), 35 (78) - Ort (Konca vas), 24 (27) - Rain (Breg), 20 (77) - Oberloschin (Gornje lozine), 473 m, 16 (33) - Unterloschin, (Dolnje lozine), 472 m, 16 (13) - Neuloschin (Nove lozine), 14 (10) - Seele, (Zelnje), 463 m, 78 (113) - Klindorf (Klinja vas), 483 m, 50 (58) - Schalkendorf (Salka vas), 492 m, 101 (185) - Zwischlern, (Cvislarji), 516 m, 51 (37) Hohenegg (Onek), 587 m, 48 (6) - Katzendorf (Macka vas), 619 m, 22 (28).