Die Jagd in der Gottschee Teil 1

Text: Gottscheer Kalender der Gottscheer Gedenkstätte Graz - Mariatrost

Die Wälder der Gottschee waren seit jeher reich an Wild. Schon Johann Weikhard von Valvasor berichtete von großen Beständen an Hoch- und Rotwild. Die Jagd stellte eine bedeutende Einnahmequelle dar, etwa durch die Abgabe von Fellen an die Herrschaft Gottschee. Besonders vielfältig war das Raubwild: Bären, Wölfe, Füchse, Marder, Wildkatzen sowie Greifvögel wie Adler und Habichte. Dank der seit 1768 geführten „Schusslisten“ der Auerspergschen Forstverwaltung lässt sich die Entwicklung der Wildbestände gut nachvollziehen. Der Bär galt als typischer Bewohner der Region. Vor allem der Braunbär lebte in den abgelegenen Karsthöhlen und wurde jährlich in kleiner Zahl erlegt. Schutzmaßnahmen verhinderten jedoch seine Ausrottung. Trotz seiner Größe wurde er meist als wenig gefährlich beschrieben und suchte gelegentlich Felder und Obstgärten auf. 

 Auch der Wolf war lange verbreitet. Im 18. Jahrhundert wurde er intensiv bejagt, später verschwand er zeitweise ganz. Während des Ersten Weltkriegs kehrte er zurück, vermutlich aus den Balkanregionen. Der Luchs hingegen gilt seit dem 19. Jahrhundert als verschwunden.

Das Hochwild wurde vollständig ausgerottet; der letzte Abschuss erfolgte 1852. Grund dafür war vor allem die Aufhebung der Jagdrechte 1848, die zu intensiver Bejagung führte. Im Gegensatz dazu nahm der Rehbestand deutlich zu, wurde jedoch später wieder durch Wölfe reduziert.

Historische Berichte zeigen die Jagdleidenschaft der Fürsten von Auersperg: So sollen im 17. Jahrhundert bei einer Treibjagd an einem Tag acht Bären erlegt worden sein. Auch die Jagd auf Wachteln war äußerst ergiebig, mit Tausenden erlegten Tieren innerhalb weniger Wochen.

Die Jagd in der Gottschee Teil 2

Text: Gottscheer Kalender der Gottscheer Gedenkstätte Graz - Mariatrost

Ein besonderes Tier der Region ist der Bilch (Siebenschläfer). Er lebt in Baumhöhlen und hält mehrere Monate Winterschlaf. Sein Auftreten hängt stark von der Buchenmast ab. In der Volksvorstellung galt er als geheimnisvolles, fast koboldartiges Wesen.


Der Bilchfang war eine wichtige Einnahmequelle. Mit speziellen Holzfallen konnten Jäger in einer Nacht viele Tiere fangen. Ihre Felle wurden verkauft, oft bis nach Wien, und auch ihr Fleisch galt als Delikatesse. Schon in der Antike wurden Bilche wegen ihres Geschmacks geschätzt.