Das Klima in der Gottschee Teil 1

Text: Gottscheer Kalender der Gottscheer Gedenkstätte Graz - Mariatrost

Kontinentale wie maritime Einflüssen prägen sich im Klima Gottschees in aller Deutlichkeit ans, vor allem, was Temperaturen und Niederschläge betritt. Einem Über aus heißem Sommer (Temperaurmaxima bis 30 C) von Juni bis September und einen für den Breitengrad, auf dem sich das Gottscheer Hochland befindet, folgt ein ziemlich langer. kalter und Schneereicher Winter, der von Mille oder linde November bis Anfang bis Mitte Marz dauert. Es kommt aber auch vor. dass der ende Schnee schon Ende Oktober fällt und die Nachtfröste bis Anfang Mai andauern.

Je nach Lage der einzelnen Becken und Ortschaften diffe­rieren die Temperaturen in Gottschee recht stark. In all­gemeinen muss man dem Gottscheer Sprachinsel ein Rauhes Klima zuschreiben.
 An seinem Rande im Nordosten, Osten und Südosten hat das GottscheerIand schmale Streifen südlicher Warme und Vegetation. Solche Land­striche mit milderem Klima sind der untere Teil des Moschnitzer Tales, die Hänge der oberhalb des Tschernembler Bodens aufsteigen- den Terrasse, wo auf der Strecke Straßenberg - Rodine Maierle - Döblinsch Weinbau betrieben wird, sowie die schmalen, sonnigen Becken am linken Kulpa- Ufer. 
Meeresnähe, Luftdruck und Winde machen das Gottscheer Hochland zu einem äußerst niederschlagsreichen Gebiet. Es liegt innerhalb des Gebietes starken Niederschlags von über 1500 mm

 die sich im Bereich der Dinarischen Alpen längs der Ostküste der Adria von Görz bis Albanien zieht (meteorologische Aufzeichnungen wur­den von 1871 bis 1918 vom Auerspergischen Forstamt in Gottschee im Auftrag der K.K. Meteorologischen Reichsanstalt in Wien durchgeführt). Die Luftschichten, die sich im Mittelmeer und in der Adria mit Wasser sättigen, werden nordostwärts getrieben und befreien sich von ihrem Wassergehalt, wenn sic von eigen Winden an den Rändern des Gottscheer Bergrücken auf 1000 m hinauf getrieben werden. Bergzüge dieser Höhe hat Gottschee eine ganze Reihe. Für die Stadt Gottschee wurde die Niederschlagsmenge für die oben angeführte Zeitdauer auf 1570 nun berechnet, das ist verglichen mit Laibach. Zagreb und Rijeka eine starke Niederschlagshöhe

Gerade der Reichtum an Niederschlägen ist es, der sich der schnellen Verkarstung des Bodens in Gottschee entgegenstellt. Der in den Klüften sitzende Kalk würde bei größerer Trockenheit die Bodenkrume rascher auslaugen und den Zerstörungsprozess beschleunigen. Der Westen Gottscheer wird vom Regenfall am reichsten bedacht, während der nordöstliche Teil des Landes, die Walden, die geringsten Niederschläge aufzuweisen hat. Es ist jedoch keine Seltenheit, dass im Juni und im Juli wochenlang kein Regen fällt.

Das Klima in der Gottschee Teil 2

Text: Gottscheer Kalender der Gottscheer Gedenkstätte Graz - Mariatrost

Verdorrte Graser, vertrockne Acker und eine schlechte Ernte waren dann die Folge.
In manchen Orten versiegten auch die Quellen. Wasser musste aus benachbarten Ortschaften mit wurden Fässern geholt weiden, um Mensch und Tier mit dem kostbaten Nass zu versorgen. Um diesem Übel entgegenzuwirken in manchen Orten, vor allem in den Waiden, Zisternen errichtet. (Zisternen sind unter der Erde angelegte Behälter aus Mauerwerk oder Stampfbeton mit dichten glatten Wänden zum Sammeln und Speichern von Regenwasser mit einer Abdeckung gegen Verdunstung und Verschmutzung. Die Behälter bestehen aus Sammelraum. Filterschicht und Entnahmekammer und müssen leicht zu reinigen sein).Wenn man das ganze Jahr der Natur ausgeliefert ist, fühlt man sich bei guten Ernten dem Herrgott enger verbunden,

und ist ihm dankbar für jede gute lernte, aber auch in der Not licht man ihn immer wieder an. helfend sich aller zu erbarmen. Der Gottscheer war in seiner allen Heimat ein recht gläubiger Mensch und ist es noch, wo immer er jetzt auch lebt. Wenn in der Sommerzeit die Felder auszutrocknen drohten, zogen die Bauern regen- bittend zu den Kirchen und baten den Herrgott um den erlö­senden Regen.

Von elementarer Mächtigkeit sind die Nebelbildungen. die sich im Herbst über den Beckenlandschaften entwickeln. Wenn man Anfang bis Milte Oktober die Höhenstraße Friesach, Hohenegg wandelte, lag bis gegen Mittag ein dichtes Nebelmeer über den Gottscheer Haupttal, dessen Schwaden sich erst in den Mittagsstunde auflösten. Ähnlich verhält sich der Nebel von Nesseltal über die südlichen Hornwaldausläufer bis nach Unterdeutschau.